Archiv für Februar 2011

Macau: Pokergrundlagen

Da bin ich wieder zurück von meinem Urlaub in Macau. Es gibt so viel zu berichten, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deshalb werde ich erstmal ganz allgemein auf Poker in Macau eingehen.

Im Vergleich zu Vegas gibt es hier schon einiges zu beachten und vieles ist einfach anders. Der Hauptunterschied ist schonmal, dass es hier nahezu nur Asiaten gibt. Scheinbar hat es sich also noch nicht herumgesprochen, dass es hier etwas zu holen gibt. Allerdings merkt man auch deutlich, dass die Pokerszene in Macau gerade erst am wachsen ist und es noch viel zu verbessern gibt.

In den meisten Casinos trifft man nämlich auf endlos lange Warteschlangen. Neue Tische werden nicht eröffnet, da es scheinbar an Dealern mangelt, womit wir schon beim nächsten Fail wären: Die Dealer sind absolut unfähig und extrem langsam. Dazu fehlt ihnen scheinbar oft jegliches Spielverständnis und sie müssen teilweise drei mal hinsehen bis sie wissen wer den Pot gewonnen hat.

Der Hauptgrund dafür, dass die Dealer so schlecht sind, ist neben ihren sehr langen Arbeitsschichten sicherlich die Tatsache, dass es hier kein Trinkgeld gibt. Auf der einen Seite zwar ein riesen Vorteil, aber ich wiederum bezahle dann lieber und hab einen guten Dealer der mir schneller die Hände austeilt.

Eine gute Entschädigung dafür waren jedoch die Spieler. Sie waren teilweise ja sowas von schlecht, wie man es sich gar nicht vorstellen konnte. Selbst die „Regs“ in den Casinos hatten Leaks, größer als das schwarze Loch. Dazu konnte es einem auch öfter passieren, dass sich jemand an den Tisch setzte, dem der Dealer erst mal die Regeln erklären musste.

Eine weitere schöne Sache war, dass die meisten Spieler mit mehr als 100bb am Tisch saßen, häufig sogar mit deutlich mehr. Wir spielten die ganze Zeit 10/25, was in etwa 1/2,5 Euro entspricht mit einem Maximum BuyIn von 4000. Dies nutzten die meisten der Leute auch und manche kauften sich sogar mit mehr ein, was die Dealer oder Floormen absolut nicht störte.

Apropos Floormen, bzw besser bezeichnet als Floorwomen:  Die jungen Damen, die sich immer nett um einen gekümmert haben sahen teilweise schon extrem heiß aus. Die Bedienungen im allgemeinen waren jedoch nicht so gut wie in Vegas. Wasser bekam man zwar in Sekundenschnelle von überall her, wollte man sich aber ein Bier bestellen so musste man ca. 4 Euro bezahlen für 0,33l. Alle sonstigen nicht alkoholischen Getränke waren zwar frei und eine große Essensauswahl gab es auch, aber auf die Bestellung musste man teilweise sehr lange warten.

Ein weiterer etwas nerviger Punkt war noch die Tatsache, dass aufgrund der vielen Asiaten fast nur kantonesisch am Tisch gesprochen wurde und die Dealer die angesagten Betsizes häufig nicht ins englische übersetzt hatten, was dazu führte, dass man entweder nachfragen musste oder es das ein oder andere Missverständnis gab. Diese waren allerdings nicht so tragisch, da die Dealer nicht sehr konsequent durchgegriffen haben und man seine Chips auch einfach wieder zurücknehmen konnte sofern man erklärt hat, dass man die Betsize nicht verstanden hat. Ebenfalls ein Riesenunterschied zu Vegas.

Alles in allem haben aber die schlechten Spieler und vor allem die hübschen Bedienungen alle Nachteile wett gemacht, weshalb man schon gut Pokern konnte. Dennoch gibt es noch viel zu verbessern und ich gehe stark davon aus, dass man hier auch noch viel verbessern wird in naher Zukunft.

Wie es in der Praxis dann für uns lief erfahrt ihr im nächsten Bericht, der in den kommenden Tagen folgen wird.

Bis die Tage und denkt immer daran:

„Poker is as elaborate a waste of human intelligence as you could find outside an advertising agency.“

Es geht los!

Morgen geht’s endlich ab nach Macau und ich bin schon sehr gespannt was mich dort alles erwarten wird. Hören tut man schließlich sehr viel.

Erstmal steht mir aber noch eine absolut beschissene Reise bis dorthin bevor. 4h nach Frankfurt fahren, 10,5h Stunden nach Shanghai fliegen und dann nochmal 2,5h bis nach Macau. Dazu natürlich noch die üblichen Wartezeiten an den Flughäfen…

Aber der Spass wird es sicher wert sein. Zudem freue ich mich auch wahnsinnig darauf Philipp endlich mal wieder zu treffen, der dort schon auf mich wartet. Mal sehen ob finanziell auch etwas dabei herausspringt aber so richtig geplant ist es eigentlich nicht und so wie ich mich kenne, würde der Großteil dann eh wieder bei diversen Partys und Shoppingtouren drauf gehen. Ähnlich wie letztes Jahr in Vegas.

Beim Onlinepoker hat der neue Monat übrigens sehr ordentlich begonnen. In einer Woche konnte ich wieder ca. 15 Stacks gewinnen, auch wenn es wiederum „nur“ auf 1/2 war. Zwei interessante Hände dieser Tage habe ich mal herausgesucht:

Ist also oftmals gar nicht so schwer zu gewinnen und so stelle ich mir auch das Niveau in Macau vor.

Ausführliche Berichte, ob es denn wirklich so ist werden natürlich folgen. In Macau selbst werde ich zwar wahrscheinlich keine Zeit und Lust zum bloggen haben, aber danach habe ich schließlich noch ein paar Wochen Ferien in denen ich genug Zeit zum tippen habe.

Bis die Tage und denkt immer daran:

„Your best chance to get a Royal Flush in a casino is in the bathroom.“

 

Monatsrückblick Januar ’11

Wie versprochen also der Monatsrückblick: Insgesamt bin ich schon recht zufrieden mit meinem Jahresbeginn. Schließlich habe ich quasi etwas Neues gewagt und versucht endlich mal mehr Hände zu spielen. Dazu noch ein Anbieterwechsel, neues Setup, etc…

Unterm Strich kam folgendes dabei raus:

Vor allem in den ersten 20 Tagen des Monats war ich schon extrem zufrieden, allerdings lief es auch einfach nur genial. Danach lies ich die Zügel etwas scheifen und spielte nicht mehr ganz so diszipliniert. Natürlich kam auch etwas Pech dazu und sicherlich nagte auch der Prüfungszeitraum etwas an der Konzentration.

Nichtsdestotrotz habe ich schon ein bißchen was erreicht letzten Monat:

[x] über 50k Hände

[x] über 100$/h

[x] Black Card Status

Ich bin jedenfalls jetzt schon sehr gespannt wie es in den kommenden Monaten laufen wird. Ob tatsächlich noch Luft nach oben ist, so wie ich es denke, oder ob ich vielleicht auch einfach nur überdurchschnittlich viel Glück hatte zu Beginn. Ich weiß jedoch auch, dass ich einige Hände hätte viel besser spielen können. Insofern bin ich schon sehr zuversichtlich, dass ich meine derzeitige Winrate von ca. 6 bb/100 halten und evtl vielleicht sogar noch etwas verbessern kann. Zumindest auf NL200.

Das bringt mich auch gleich in ein kleines Dilemma. Momentan bin ich mir etwas unschlüssig was ich erreichen will beim Poker. Auf der einen Seite könnte ich wahrscheinlich ein recht varianzfreies und solides Einkommen auf 1/2 jeden Monat erzielen, auf der anderen Seite würde ich aber schon gerne wieder höher spielen.

Ich werde wohl erstmal dort weitermachen wo ich aufgehört habe, vielleicht erledigt sich die Entscheidung mit einem schönen Downswing sowieso erstmal von ganz alleine.

Zum Schluss noch eine nette Hand von gestern:

$1/$2 No Limit Holdem • 6 Players

Schoschovic $236.50
UTG+1 $200
CO $375.30
BTN $200
SB $201
BB $293.40
  • Pre-Flop ($3, 6 players)Hero is UTG
  • c5 h5

Schoschovic raises to $7, 3 folds, SB raises to $21, BB calls $19, Schoschovic calls $14

  • Flop ($63, 3 players)
  • sA sQ d5

SB checks, BB checks, Schoschovic bets $37, SB calls $37, BB calls $37

  • Turn ($174, 3 players)
  • d4

SB bets $5, BB calls $5, Schoschovic goes all-in $178.50, SB calls $138, BB calls $173.50

  • River ($674, 3 players, 1 all-in)
  • c2
  • Final Pot: $674
  • SB shows
  • dAcK
  • BB shows
  • h3hA
  • Schoschovic shows
  • c5h5
  • BB wins $671 (net +$434.50)
  • SB lost $201
  • Schoschovic lost $236.50

Jedenfalls habe ich jetzt erstmal eine Woche Ferien bis es nach Macao geht. Da wird sicher wieder recht viel Zeit zum Zocken draufgehen!

Bis die Tage und denkt immer daran:

„It’s not enough to succeed. Others must fail.“


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  • RT @2p2TrollCat: True story: I told Siri I was horny...she gave me a list of escorts in the area. Try it. #FunWithSiri 5 years ago
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